Das Wehr in Maschen

Am Wehr in Maschen wird der Wasserstand der Seeve reguliert und wertvolles Seevewasser über den Seevekanal Richtung Harburger Binnenhafen abzweigt. Es handelt sich um ein Jahrhunderte altes Wasserrecht. In vielen Ländern Europas hat man solche Rechte anlässlich der Wasserrahmenrichtlinienforderungen nach Verbesserung unserer Gewässerlebensräume in Frage gestellt - hier bislang nicht.

Auf einer Länge von 50m oberhalb und 70m unterhalb der Wehranlage, also Seeve und Seevekanal, ist Angeln verboten (Fischschonbezirk!).

Um Fischen trotz des Wehres einen Aufstieg zu ermöglichen, existiert hier eine Fischtreppe. Diese ist nach Umgestaltung in den 1980ern vom "Sandfang" in einen vielfältigen Gewässerbestandteil verändert worden und funktioniert seitdem mindestens für einen Teil der Wasserwanderer. Oft sind hier Besonderheiten zu beobachten, z.B. Flussneunaugen (Beitrag vom 24. März 2012).



Am Sonntag den 30. März 2008 gegen 13:00 war unser Salmonidenwart an der Fischtreppe in Maschen und Zeuge wie das Wehr abgesenkt wurde.

Das Verfahren dient dem Befreien des Wehrs von Treibgut, im Extremfall Bäumen, und dem Weiterspülen abgelagerten Sandes ins Unterwasser. Dabei wird jedesmal mit diesem Spülstoß ein Extremhochwasser nach unten erzeugt, das die Ufer der Seeve unterhalb des Rangierbahnhofs erheblichen Erosionskräften aussetzt. Das mit dem Spülen in Gang gesetzte "Sandstrahlgebläse" ist extrem gewässerschädlich. - Es gilt, dieses Verfahren und bei einer gelegentlich nötigen Reparatur des Wehres auch dessen generelle Bau- und Wirkungsweise zu hinterfragen. Anderswo ist längst ein anderer Stand der Technik umgesetzt.

Obwohl man dabei nicht direkt von Absenken sprechen kann sondern eher von Abkippen oder Abklappen. Das ganze ist im unteren Bereich gelagert und klappt stromab in die Waagerechte.
In dieser Position bleibt es ein paar Minuten und wird dann wieder in die Senkrechte, bzw. eine dem Wasserstand angepasste Höhe, gefahren. Das ganze dauert eine knappe halbe Stunde.
Dabei wird natürlich der Bereich direkt vor dem Wehr und darunter gründlich durchgespült. Im ersten Moment glaubt man, das der Bereich vor dem Wehr und die Fischtreppe trocken fallen, aber dem ist nicht so.
Der Pegel fällt oberhalb, in etwa bis zum Klärwerk, um ca. 20cm, und kurze Zeit nachdem das Wehr wieder oben ist, ist der Pegel wieder normal.
Auf den Fotos auch schön zu sehen, wie gründlich der Bereich um die Fischtreppe freigeschnitten wurde.





Foto-Galerien:

Filmstreifen  Absenken Maschener Wehr

 
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